Integration
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Reiner_Pfeiffer

Artikel aus dem Gemeindeblatt vom 02.11.2001

Gemeinsam leben, gemeinsam arbeiten, gemeinsam feiern

Unter diesem Motto luden die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 am vergangenen Mittwochabend ihre Geschwister und Eitern in ihr Klassenzimmer ein. Um zu zeigen, dass eine aktive Klassengemeinschaft eine Basis für ein tolerantes Miteinander schafft, wurden von den Kindern gemeinsam Pizza-Baguettes, Früchtetee und Türkischer Tee zubereitet. Der Klassenlehrer zeigte Dias von seinen Fahrten durch die Türkei - von den touristisch erschlossenen Gebieten an der Ägäisküste bis zu den ursprünglichen Regionen nahe der iranischen Grenze, von den regenreichen Teeplantagen an der östlichen Schwarzmeerküste bis zu den trockenen Ebenen an der syrischen Grenze. Die überwältigende Resonanz mit fast 70 teilnehmenden Eltern und Kindern zeigte, dass von vielen Eltern großer Wert auf die Gestaltung der Schule als Lebensraum ihres Kindes gelegt wird.

R. Pfeiffer

Integration - Mehr als nur ein Schlagwort

Für unsere gesamte Schule haben wir ein Integrationskonzept erarbeitet, das in erster Linie auf die hohe Zahl von türkischen Schülerinnen und Schülern (annähernd 40% in der Hauptschule) ausgerichtet ist. Durch die Wahl eines angesehenen türkischen Vaters (Asim Bas) zu einem von drei Beiräten und gleichzeitig zum Leiter des "Arbeitskreises Integration" konnten wir sehr viele türkische Mitglieder gewinnen. Der Arbeitskreisleiter hat in den letzten Wochen alle türkischen Familien, die Schüler an unserer Schule haben, zu Hause besucht. In Einzelgesprächen und bei Elterntreffs wurden die türkischen Eltern von der Wichtigkeit des Förderkreises für ihre Kinder überzeugt.

Im ersten Schritt bietet der "Arbeitskreis Integration" türkischen Eltern mit geringfügigen Deutschkenntnissen einen Übersetzungsdienst an. Dadurch bekommen vor allem türkische Mütter die Möglichkeit an schulischen Veranstaltungen (Klassenpflegschaft, Schulfest, Kinderfest, usw...) aktiv teilzunehmen.

Durch die Einbeziehung der Eltern versprechen wir uns eine deutliche Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. In Gesprächskreisen wollen wir den Austausch zwischen deutschen und türkischen Eltern intensivieren. Erste Erfahrungen liegen bereits vor und sind vielversprechend.

Mittelfristig werden für ausländische Eltern Sprachkurse und computergestützte Sprachförderprogramme angeboten. Parallel dazu werden Fachleute aus der Wirtschaft (ermöglicht durch unser Netzwerk) in die Nutzung moderner Medien zum Selbstlernen der deutschen Sprache einführen.

Ein besonderes Zeichen setzen wir durch die Integration türkischer Firmen in das Projekt "Stufen zum Erfolg". Durch die Kontakte des Arbeitskreisleiters möchten wir gezielt türkische Firmen für Betriebsbesichtigungen, Praktika und - wenn möglich - auch für die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen gewinnen. Sollte uns das gelingen, wäre dies der Grundstein für Kooperationsprojekte zwischen deutschen und türkischen Firmen.

Die Ausbildung türkischer Mädchen ist ein Schwerpunkt des Arbeitskreises und uns besonders wichtig. Ziel ist es, für alle türkischen Schulabgängerinnen entsprechende Ausbildungsplätze zu suchen. Durch die Integration türkischer Eltern in den Förderkreis hoffen wir, eine Keimzelle deutsch-türkischer Freundschaft geschaffen zu haben. Unser Wunsch ist, dass sich diese gegenseitige Anerkennung der Eltern auf die Schüler überträgt.

Das Projekt "Integration - mehr als ein Schlagwort" erfordert durch die Komplexität des Themas eine Menge Klein- und Überzeugungsarbeit. Genau hier setzen wir mit dem "Arbeitskreis Integration" an. Wie die Entwicklung verdeutlicht, offensichtlich am richtigen Fleck.

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