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Artikel aus dem Gemeindeblatt vom 06.05.2001:
Projekt Streuobstwiesen
Mit großem Körperlichen Einsatz haben die Schüler der Klassen 7, 8 und 9 im Herbst des vergangenen Jahres Äpfel gesammelt,
zu den Annahmestellen gebracht und Apfelsaft pressen lassen. Jeder erinnert sich gut an den reichen Natursegen und die damit verbundene Arbeit. 20 Tonnen Äpfel müssen erst mal transportiert sein. Neben Leiterwagen,
Schubkarren und PKWs kamen auch Traktoren und Hänger zum Einsatz. Der Apfelsaftverkauf läuft für die Klassen bis heute und trägt zur Finanzierung des Schullandheimes bei. Parallel dazu wurde im Unterricht das Thema
"Streuobstwiesen" in den Fächern Deutsch, Biologie und Gemeinschaftskunde behandelt.
Eine weitere Vertiefung des Projekts war ein Dia-Vortrag von Dr. Joachim Holstein.
Herr Holstein ist Gingener und als promovierter Biologe in Stuttgart am Museum für Naturkunde tätig. Sein Spezialgebiet sind u.a. Streuobstwiesen. Er kam als Experte an
die Schule und leistete für die Klassen 7 und 8 einen wertvollen Beitrag zum Lebensraum Wiese. Schüler und Lehrer staunten über die unendliche Artenvielfalt an
Tieren in Streuobstwiesen. Wer weiß schon, dass sich auf 1 m² Wiese pro Jahr bis zu 25.000 Tiere aufhalten? Dabei gibt es in unseren Breiten allein 80 verschiedene Arten
von Marienkäfern. Besonders angetan waren die Schüler von den Springspinnen und ihrem seltsamen Aussehen. Aber auch Schmetterlinge, wilde Bienen, Wespen,
Ameisen, Fliegen, Mücken und Wanzen waren in ihrer Vielfalt beeindruckend. Auch über die Geschichte der Streuobstwiesen erfuhren die Schüler Interessantes. Ihre
Entstehungszeit war das 17. und 18. Jahrhundert. Damals musste jeder junge Mann, der heiraten wollte 10 Obstbäume pflanzen Auf Baumfrevel stand sogar die Todesstrafe.
Bei seiner Forschungsarbeit hat Herr Holstein auch vier neue Tierarten entdeckt, was einer kleinen Sensation gleichkam. Streuobstwiesen sind in unserer Zeit am Sterben.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Um so mehr ist das Projekt Streuobstwiesen als Beitrag zur Umwelterziehung und zum Erhalt von Kulturlandschaft zu sehen.
Den Abschluss des Projekts bildete nun ein Schnittkurs unter der Leitung von Herrn
Hans Mayer. Als Vorsitzender des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins zeigte er interessierten Schülern die jährlich anfallenden Schnittarbeiten an Obstbäumen.
An dieser Stelle möchte sich die Schule für die geleistete Arbeit herzlich bedanken. Neben den vorstehend genannten Personen und Institutionen gilt der Dank auch vielen
Gingenern, die uns ihre Streuobstwiesen zum Abernten überlassen haben. Darüber hinaus haben wir uns über die tatkräftige Unterstützung durch fleißige Eltern und über die Abnehmer unserer Saftprodukte sehr gefreut.
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